von Christine L.:

Ende Mai habe ich mit einer kleinen Gruppe – die vielerorts für uns noch unbekannte Inselgruppe Azoren – erkundet.

Nach einem Flug ab München über Lissabon landeten wir auf Sao Miguel, 1500km vom europäischen Festland entfernt. Sao Miguel ist die größte der neun Inseln des Archipels. Ein auf die Azoren ausgewanderter Tiroler führte uns auf die Entdeckungsreise und landschaftlichen Höhepunkte der Insel. Wir umwanderten blaue und grüne Seen inmitten riesigen Vulkankratern. Neben uns zischten heiße Vulkandämpfe aus dem Boden. Wir kraxelten über Lavafelder, durch Lorbeer- und Bambuswälder, dampfende Schlammlöcher und sprudelnde Quellen, badeten in warmen Wasserfällen, besichtigten Tee- und Ananasplantagen mit Lunch im feudalen Wohnzimmer einer alteingesessenen „Ananasbaronin“. Staunen über blühende Oasen der grünen Insel, wo riesige Hortensien und vieles mehr, die kaum befahrenen Straßen säumen. Ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen … wie ihr merkt 🙂

Auf dem Ausflug mit dem Katamaran im Atlantik begleiteten uns viele Delphine und Tümmler, leider ließ sich nur ein Walrücken kurz sichten. Dass wir kulinarisch mehr als zufrieden waren, dafür sorgte die Qualität der vielen urigen Restaurants am Meer.
Für Fischliebhaber ein Eldorado und sensationell  günstigen Preise!

Mit einem Inselhopper (Propeller 37Sitze) hatten wir nach fünf Tagen „Hauptinsel“ einen ruhigen Flug nach Madalena auf die Insel Pico. Dort thront Portugals höchster Berg und aktivster Vulkan Europas – Pico mit 2351m – welcher sich gerne in Nebel hüllt und wir deshalb in tieferer Lage die wieder ganz andere Landschaft als in Sao Miguel bewanderten.

Kraterseen im Hochland, schroffes Lavageröll und sattgrüne Pflanzen entlang der Küste zum Leuchtturm. Wirklich einzigartig, die Lavahöhle mit  riesigen Lavatunneln und ein für uns ungewohnter Weinanbau mit flachwachsenden Rebensträuchern in den kargen Lavagärten. Quadratisch seit Jahrhunderten angelegt und nur mit Handarbeit möglich.

Mit der Fähre fuhren wir von Madalena auf die kleine Insel Fayal, mit ihrem Hafenstädtchen Horta. Schon seit frühestens Zeiten stoppen hier die Segler aus aller Welt auf ihrer Atlantiküberquerung. Eine bizzarre Lavaküste verlangt trittsichere Wanderer und uns etwas Kraft für die hohen steilen Lavastufen, teils nahe zu schroffen Abgründen zum Meer. Das letzte Mal spukte 1958 ein Vulkanausbruch 30 Millionen Tonnen Asche und Lava aus und begrub Inselteile, erschuf aber auch Inselteile neu.

Gemütliche, geschichtsträchtige Bars und Restaurant bieten Touristen und Seglern unvergessliche Aufenthalte und beendeten leider den unseren auf der Insel.

Azoren – ein Geheimtipp, den ich nur bestens empfehlen kann. Ideal zur Entschleunigung unseres stressigen Alltags, die Insulaner kennen kein Burn Out und leben in intakten Familiengenerationen zusammen. Das einzige Pensionistenheim in Sao Miguel steht zum Verkauf, weil niemand einzog. Auch das Gefängnis ist minimal besetzt, weil es kaum „Gauner“ gibt, die Inseln werden als sehr sicher bewertet. Es sind uns nur wenige Touristen begegnet, kein Anstellen bei Besichtigungshotspots und zentrale gute Hotels mit Pools laden zum Entspannen. Für uns sind die € – Preise für Getränke und große Portionen Essen mehr als günstig, englisch ist hilfreich und Wlan flächendeckend vorhanden.

Hotel View, Ponta Delgarda, Protugal, Azores

Das Wetter hat es übrigens in sich 🙂 Auf den Azoren muss man sich auf alles gefasst machen. Von Wind, Regen bis zu Sonnenschein, aber stets mit angenehmen Temperaturen von 20-25 °C. Relaxen und baden am Pool und im Meer sind natürlich auch möglich.

Sollte ich euch nun auf die Azoren neugierig gemacht haben und ihr Interesse haben, im Sept. 2019 eine organisierte Gruppenreise zu machen, bitte ich um unverbindliche Voraus-Anmeldung. Selbstverständlich auch individuell für einzelne Personen zu jeder Zeit, ideal mit Mietwagen und kleinen Pensionen wie Hotels.

 

Mit freundlichen Grüßen
Christine

Die Azoren